Auf ein Neues

Und nu?
Lange lag dieser Blog brach. Nicht weil ich nichts zu erzählen gehabt hätte, sondern eher weil es sich nicht richtig anfühlte. Es war mir alles zu öffentlich, zu sehr nach Außen getragen. Natürlich könnte ich weniger wichtige Sachen bloggen, Dinge, die jeder lesen kann, wo es egal ist, dass die ganze Welt sie liest. Aber will ich sowas? Will ich Banalitäten erzählen, nur um des Erzählens willen? Die Frage konnte ich für mich sehr schnell mit “Nein” beantworten. Was bleibt also, wenn man die Herzschmerz-Seelenstriptease-Dinge nicht erzählen will, sich aber auch nicht auf Banalitäten und 0815-Dinge beschränken will? Ich habe für mich daraus die Konsequenz gezogen, gar nicht mehr zu bloggen. Das hat sich auch eine ganze Zeit lang richtig angefühlt. Es fehlte mir nichts. Besser sogar: ich hatte Zeit für andere Dinge, schränkte nach und nach, ohne es zu merken meinen Internetkonsum ein, kein Twitter, keine anderen Blogs, keine Communitys. Mein Internetleben bestand aus Mails und hin und wieder mal online was nachlesen. Steinzeitinternet vom Feinsten.
Im Laufe der letzten Monate stellte sich für mich immer häufiger die Frage, ob ich nicht vielleicht doch wieder bloggen möchte. Oft wollte ich kleine Alltagsfetzen in einem kurzen Eintrag festhalten, oder besser gesagt, ich dachte, wie schön es wäre, dazu ein paar kurze Zeilen zu schreiben. Aber ich lies es. Einfach, weil ich nicht wusste, wie ich es anstellen sollte. Der Blog ist zwar da, aber immernoch bis oben hin gefüllt mit all den alten Geschichten, mit Dingen, die ich heute so nicht mehr erzählen würde, mit alten Traditionen und Gewohnheiten, mit vielen alten Bekannten, aber eben auch, und das war der Grund der mich hinderte, mit einer Art des Bloggens von der ich wusste, dass ich sie so nicht mehr will. Einfach nahtlos weitermachen wo ich vor ziemlich genau zwei Jahren aufgefhört habe, wollte ich nicht, aber der Weg eines Neuanfangs wollte sich nicht sofort zeigen. Viele Ideen hatte ich, die ich eine um die andere auch wieder verworfen habe. Nun habe ich meinen Weg zurück ins Bloggen (das wird sich wohl erst noch zeigen) gefunden.
Ich blogge weiter hier, in meinem Blogwohnzimmer. Vielleicht wird es mit der Zeit noch ein wenig umgestaltet, das wird sich ergeben. Die alten Beiträge sind samt und sonders verschoben, so dass es hier einen Neustart von 0 an gibt. Ohne Altlasten, sondern frisch und frei.
Ich bin sicher, dass dies der richtige Weg für mich ist. Es fühlt sich richtig an und gut. Kann sein, dass ich in zwei Wochen oder zwei Monaten merke, dass es das doch nicht ist. Dass der Wunsch, hin und wieder mal ein paar Zeilen zu schreiben, einfach nicht zum Bloggen ausreicht. Vielleicht merke ich, dass es mir doch keinen Spaß mehr macht, dass ich nicht genug finde, über das zu erzählen sich lohnt. Das kann ich heute noch nicht sagen, aber ein erster Schritt ist getan und darüber freue ich mich erstmal.

Auf ein Neues.

Geschrieben von Mondscheinblume am 5. September 2014 | Abgelegt unter Kunterbunt | Ein Kommentar