Unsere Biokiste vom 03.05.2012

In der Biokiste von dieser Woche waren: 6 Eier, Rhabarber, Äpfel, Orangen, Bananen, Birnen, Möhren, Pastinaken, Fenchel, Zucchini, Salat und Dill

Den Rhabarber werde ich auf jeden Fall zu einem Kuchen verarbeiten, den ich hier gefunden habe. Und da ich nicht so viel Rhabarber habe, wie für das Rezept vorgesehen, und der Liebste auch keinen Rhabarber mag, werde ich eine Hälfte wohl mit Erdbeeren machen. Ich bin jedenfalls schon schwer gespannt, weil ich ja seltenst backe und ich mich jetzt schon in einer chaotischen Küche sehe, wie ich die Hände über dem Kopf zusammenschlage. Außerdem ist es das erste Mal, dass ich Rhabarber verarbeite.

Geschrieben von Mondscheinblume am 4. Mai 2012 | Abgelegt unter Fleischlos glücklich | 2 Kommentare

Mein 45. Freitagsfüller am 04.05.2012


1. Eigentlich ist doch alles in bester Ordnung.
2. Ganz viel unnützer Kleinkram; das beschäftigt mich oft in Gedanken.
3. Kürzlich sah ich an einem Tag Menschen in kurzen Hosen und Sandalen sowie Menschen in Wintermänteln. Sehr kurios.
4. Viele Lieder von Katie Meluas neuem Album haben Potential zu einem neuen Lieblingssong.
5. Ob oben oder unten macht bei der Laune schon einen großen Unterschied.
6. Fünfe gerade sein lassen klappt in letzter Zeit immer besser.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf den Feierabend, morgen habe ich geplant auf die Hochzeitsfeier einer Arbeitskollegin zu gehen und Sonntag möchte ich den Rhababerkuchen backen, den Frische Brise in ihrem Blog vorgestellt hat!

Geschrieben von Mondscheinblume am 4. Mai 2012 | Abgelegt unter Bloggerwelt,Kaleidoskop | Keine Kommentare

Feiertagslaune

Geschrieben von Mondscheinblume am 2. Mai 2012 | Abgelegt unter Kaleidoskop | Keine Kommentare

Wie Wochenende

Wer braucht einen Brückentag, wenn er nach dem Feiertag noch einen regulären freien Tag hat? Wie oft habe ich gehört: “Ach, du musst Montag arbeiten? Das ist ja doof.” Nö, finde ich gar nicht. Gut, ich hatte Samstag frei, und mit einem freien Montag wäre das ein richtig langes Wochenende geworden (für meine Verhältnisse). Aber so habe ich quasi zwei Mal Wochenende mit einem Tag Arbeiten dazwischen. Dass ich das so toll finde, kann man wahrscheinlich nur nachvollziehen, wenn man es gewohnt ist, samstags zu arbeiten und also kein Wochenende mit zwei aneinanderhängenden Tagen kennt. Ich aber freu mich.

Samstag war ich, gerade wieder genesen, beim Fußball. Am Sonntag haben wir einen laaangen Spaziergang gemacht, hatten einen kleinen Snack in der Altstadt und sind wieder zurückspaziert. Abends haben wir endlich angefangen die Tierdokus zu gucken, die mir der Liebste mal von einer Reise mitgebracht hat. Ich hatte immer Angst, dass ich sie nicht verstehe, weil sie doch auf Englisch sind, aber ich hatte kaum Probleme. Davon war ich gleich so angetan, dass ich auch bei Büchern gerade auf Englisch setze. Wenn man einmal drin ist, ist es erstaunlich leicht zu verstehen. Ich bin jedenfalls irre stolz auf mich.

Der Montag war recht ruhig und entspannt. Mein Lieblingsarbeitskollege war aus dem Urlaub wieder da und hat die Stimmung an der Info gleich ein bißchen aufgelockert. Abends haben der Liebste und ich seinem Jetlag getrotzt, haben Serien auf DVD (und auf Englisch) geguckt und geredet. Was uns nicht davon abgehalten hat, am Feiertag wieder vergleichsweise früh aufzustehen, Jetlag sei dank. Und auch gestern waren wir wieder spazieren. Ich wollte soo gerne am Rhein entlang, Richtung Nordpark spazieren und das Wetter hat ja geradezu dazu eingeladen. Hach, schön wars. Den Tag haben wir dann bei einem Glas Füchschen ausklingen lassen. Für mich gabs dazu den ersten Spargel des Jahres.

Heute werde ich ein bißchen entspannen, eine Runde Yoga, eine Runde Haushalt, eine Runde Einkaufen, Stricken und Lesen und dann ist der Tag wahrscheinlich auch schon wieder rum.

Geschrieben von Mondscheinblume am 2. Mai 2012 | Abgelegt unter Kaleidoskop | Ein Kommentar

*hapüüü*

Eigentlich ist meine Großwetterlage viel zu ausgeglichen, dass ich längere Zeit knatschig und schlecht gelaunt sein könnte. Manchmal erwische ich mich dabei, dass ich rumknatsche, aber das legt sich recht schnell wieder, ich merke, dass es auch keinen Sinn ergibt, und dann ist meine Welt meist wieder in Ordnung. Ich bin dafür tatsächlich zu ausgeglichen und merke, dass ich vieles leichter nehme als es bspw. meine Arbeitskollegen tun.

So habe ich auch den Husten, Schnupfen und das dumpfe Gefühl im Kopf, die sich Samstag gemeinschaftlich eingestellt haben, auf die leichte Schulter genommen. Habe meine Homöopathie genommen, die ich da sonst auch immer nehme und mich davon nicht unterkriegen lassen. Um mich zu erholen, habe ich den Mädelsbrunch am Sonntag abgesagt. Nachdem der Schnupfen kapituliert hat, war der Kopf auch wieder weitgehend frei und nach einem Couchsonntag, fühlte sich der Körper auch wieder normal an. Aber dieser blöde Husten wollte und wollte nicht weggehen und wurde zur Wochenmitte auch irgendwie noch schlimmer. Das hat mir mächtig die Laune verhagelt. Krank sein, schön und gut. Aber dann doch bitte irgendwie auch so, dass man sich direkt danach fühlt zum Arzt zu gehen. Entweder krank oder gesund, aber nicht dieses Zwischending. Dem Körper geht es gut (dass ich gegen Ladenschluss nur noch im Schneckentempo durch den Laden kroch und Dienstag nach Hause geschickt wurde, vergesse ich dabei ganz gerne), und der Hals macht was er will und erinnert einen bei jedem schnelleren Gang durch den Laden mit einem gepflegten Hustenanfall daran, dass man eben nicht ganz gesund ist. Ne, das finde ich doof. Und da momentan auch niemand da ist, um mich zu knuddeln, mir zu sagen, dass alles wieder gut wird, mit einen Tee und eine Wärmflasche macht, sank meine Laune ins Bodenlose.

Es wurde nicht besser. Gestern saß ich also bei meiner Hausärztin, die mir prompt beschied, dass die Bronchien zusitzen, die Nasennebenhöhlen tun ihr übriges dazu, und ob ich bekannte Unverträglichkeiten gegen Antibiotika hätte. Na toll. Krank geschrieben hat sich mich auch, damit ich mich ausruhe. Das Antibiotikum sollte sein übriges dazu tun. Ich bin ja kein großer Freund der Chemiekeule, aber bevor ich diesen blöden Husten verschleppe und dann sonstwas kriege, beiße ich halt in den sauren Apfel.

Also richte ich mich auf der Couch häuslich ein: Buch, Strickzeug, Tee, DVD, worauf ich grade Lust habe, liegt in Griffbreite bereit. Und die Laune? Ich hatte schonmal bessere Laune, aber jetzt weiß ich wenigstens woran ich bin, und dass es bald wieder besser wird. Solange liege ich auf dem Sofa!

Geschrieben von Mondscheinblume am 26. April 2012 | Abgelegt unter Kaleidoskop | 3 Kommentare

Unsere Biokiste am 19. April 2012

Etwas spät, aber immerhin. Hier unsere Biokiste von dieser Woche: Äpfel, Bananen, eine Cherimoya, Brokkoli, Rucola, Petersilie, gelbe Paprika, Bärlauch, 6 Eier

Aus dem Rucola habe ich direkt eine leckere Rucolacreme mit Mascarpone und Parmesan gemacht. Leider konnte ich sie gestern nicht richtig genießen, meine Geschmaksnerven waren ob meines angeschlagenen Gesundheitszustandes nicht in der Lage, würzigen Rucola und leckeren Käse zu schmecken. Den Bärlauch werde ich zusammen mit frischen Champignons zu einer Soße für Nudeln verarbeiten, der restliche Bärlauch wird zu einem Bärlauchpesto. Einfach lecker, und soo einfach.

Cherimoya kannte ich bisher noch nicht. Sie ist, wie die Erdbeere eine Sammelfrucht, bei der viele kleine Einzelfrüchte quasi zu einer großen Pseudobeere zusammengeschmolzen sind. Deswegen finden sich im Innerin viele kleine Einzelkerne. Die Cherimoya soll vom Geschmack her an Erdbeeren mit Sahne erinnern, zusammen mit Birne und Banane. Sie muss reif bis überreif gegessen werden, dann verfärbt sich die schuppige Haut braunschwarz. Die Cherimoya ist, zumindest bei meinem Bauern keine Flugware.  Ich bin schon schwer gespannt, wie die Cherimoya schmecken wird. Hoffentlich sind meine Geschmacksnerven bis dahin besser drauf.

Geschrieben von Mondscheinblume am 22. April 2012 | Abgelegt unter Kaleidoskop | Keine Kommentare

Mein 44. Freitagsfüller am 20.04.2012


1. Meine Nachbarn haben uns mit dem Putzplan für den Flur willkommen geheißen, als wir hier einzogen.
2. Der Shawl-Club von westknits auf ravelry war ein Fehlkauf.
3. Es hört sich vielleicht komisch an, aber das Prinzip “lebenslanges Lernen” will mir grad nicht mehr aus dem Kopf.
4. Zwei Nächte hintereinander schlecht schlafen, ist echt zuviel.
5. Ich habe immer gedacht, ein kleines bißchen Respekt erwarten zu dürfen. Der gestrige Tag hat mich eines besseren belehrt.
6. Mein aktuelles Buch finde ich richtig gut, aber anders als mein Arbeitskollege kann ich nicht sagen: Das finde ich total witzig.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich darauf früh ins Bett zu gehen, morgen habe ich arbeiten und einen ruhigen Samstag Abend geplant und Sonntag möchte ich erst mit den Mädels brunchen und dann entspannen!

Geschrieben von Mondscheinblume am 20. April 2012 | Abgelegt unter Bloggerwelt,Kaleidoskop | 2 Kommentare

Im Rechtfertigungsmodus

Am Samstag waren der Liebste und ich auf einer Hochzeit. Ein Schulfreund des Liebsten heiratete und hat sein Glück seeeehr dekadent gefeiert. Wir teilten uns unseren Tisch mit zwei befreundeten Paaren und einer alten Arbeitskollegin der Braut, die mit Partner angereist war. Eine nette Tischgesellschaft waren die beiden, aber irgendwie zu sehr von sich und ihrer Meinung überzeugt, etwas zu laut, nicht mein Fall. Für drei Stunden Essen war es in Ordnung, die besten Freunde wären wir nicht geworden.
Im Unterschied zu vorangegangenen Hochzeiten gab es diesmal ein Menü. Ein Blick auf die Menükarte ließ mich schmunzeln. Kaninchenrücken in Schinken, Petersilienwurzelsuppe, Rinderfilet an Süßkartoffel-Ingwer-Pürree und Frühlingsgemüse und zum Abschluss Quittenstrudel mit Espressoeis. Naja, wenigstens den Zwischengang und Nachtisch würde ich problemlos essen können. Ich war gespannt ob eine Alternative für Vegetarier angeboten würde. Ich mache ungern ein großes Gewese um meinen Vegetarismus. Bei Buffets ist das nie ein Problem. Meist esse ich einfach nur die Beilagen, einmal gab es sogar eine ausgewiesene vegetarische Hauptspeise, einmal habe ich nur grünen Salat und Tomate mit Mozzarella gegessen. Einmal war ich auf der Hochzeit einer Arbeitskollegin, die selbst Vegetarierin ist. Das war mal ein Buffett! Nachher amüsieren der Liebste und ich uns meist darüber, dass bei der Essensplanung selten einer an die Vegetarierer denkt. Anderen gegenüber erwähne ich das nicht, da ich nicht als kompliziert gelten will und niemandem, vor allem nicht dem Brautpaar ein schlechtes Gewissen machen will. Es ist meine Entscheidung, kein Fleisch zu essen und ich will damit im Nachhinein niemandem die Laune verderben.
Bei einem Menü ist das allerdings was anderes. Wir bekamen das Kaninchen als Vorspeise und nicht nur ich, sondern auch der Liebste rührten das Essen nicht an. Der Liebste isst zwar Fleisch, aber Kaninchen geht echt gar nicht. Nicht, wenn man zwei dieser Mümmelmänner zu Hause sitzen hat. No way! Bei dem Arbeitskolleginnenpaar stieß das auf Unverständnis. “Warum? Das sind doch nicht eure.” “Ich habe als Kind auch mein eigenenes Kaninchen gegessen. Ist doch nichts dabei.” Wahrscheinlich hätten sie eher damit umgehen können, wenn der Liebste einfach gesagt hätte, dass er kein Kaninchen mag. Das kann jeder verstehen. Aber zu sagen, dass er kein Kaninchen isst, weil wir selbst welche haben und das ein Ding der Unmöglichkeit ist, stieß bei ihnen auf Unverständnis, warum auch immer. Unser übriggebliebenes Kaninchen nahmen sie jedoch gerne an, um auch das noch zu essen. Nach der Vorspeise wiesen wir dann beim Kellner darauf hin, dass ich Vegetarierin bin, und fragten, ob ich bei der Hauptspeise eine Alternative bekommen könnte. “Das werden irgendwie immer mehr”, bekamen wir da zu hören. Schmunzeln unsererseits.
Und dann kamen von Seiten der Arbeitskollegin samt Begleitung immer mehr Sprüche im Sinne von: “Ich esse meinem Essen doch nicht das Essen weg”, “Ich bin doch kein Kaninchen”, “Ich esse halt gerne” Und ich fragte mich, ob ich sie mit meinem Vegetarismus irgendwie angegriffen habe. Ich halte mich da wie gesagt echt bedeckt, antworte auf interessierte Nachfragen offen und ehrlich, mache aber nie jemandem einen Vorwurf, weil er selbst Fleisch isst. Der Liebste ist auch kein Vegetarier und entgegen der Mutmaßungen meiner Schwiegermutter bekommt er auch zu Hause manches Mal Fleisch, wenn auch selten und sicherlich keines von Aldi. Meine Arbeitskollegin meinte einmal zu mir, dass sie Gespräche über Vegetarismus mit mir echt interessant findet, weil ich es schaffe, meine Motive und Hintergründe gut zu erklären, einen nachdenklich zu machen, man aber nie das Gefühl hat, belehrt oder angegriffen zu werden. Das fand ich toll und hat mich stolz gemacht. Dass diese beiden aber postwendend mit Rechtfertigungen antworteten hat mich erst irritiert, dann wütend gemacht und jetzt kann ich mich darüber nur amüsieren. Eine Person, die so von sich selbst überzeugt schien, so selbstbewusst und großmäulig am Tisch saß, wurde plötzlich ganz klein, und ließ sich von meinem Vegetarismus einschüchtern. Großartig.
Nach dem Zwischengang, einigen Exkursionen in die Gefühlswelt von Brautvater und Trauzeugin bekamen wir den Hauptgang. Statt Rinderfilet erhielt ich eine Portion Spargel, bestehend aus vier Stangen. Nicht gerade üppig dachte ich mir, aber immerhin. Kaum hatte ich meinen Teller leer gegessen, kam ein Kellner: “Darf es noch etwas Gemüse für sie sein?” Ich bekam Gemüse so viel ich wollte, nicht nur einmal, sondern dreinmal, wobei ich beim dritten Mal dankend ablehnte. “Warum kriegst du Spargel? Wo ist denn mein Spargel?” kam es von der anderen Tischseite. “Könnte ich auch noch etwas von dem Fleisch bekommen?” Kopfschütteln seitens des Kellners. Hach, dass ich mich mit Gemüse satt essen konnte, während sie sich die ganze Zeit über die zu kleinen Portionen mokierte, hat mich schwer amüsiert, wo sie zuvor für mich und mein Essverhalten so gar kein Verständnis zeigte. “Ich esse halt viel”. Ja, ja, iss du mal.

Geschrieben von Mondscheinblume am 17. April 2012 | Abgelegt unter Fleischlos glücklich,Kaleidoskop | 2 Kommentare

Planänderung

Vor gut zwei Wochen hatte ich schon, zum wiederholten Male berichtet, dass uns unsere Kaninchendame Lilo mit ihren andauernden Scheinschwangerschaften doch Sorgen bereitet. Mit ihrer Buddelei raubt sie uns so manche Nacht den Schlaf und ihr abendliches Buddeln trägt auch nicht zu einem erholsamen Feierabend bei. Was mich dabei am meisten beunruhigte ist, dass Scheinschwangerschaften eigentlich besonders bei unkastrierten Häsinnen vorkommen. Durch das Gerammel, mit dem Kaninchen auch ihren Rang untereinander ausfechten, wird ein Eisprung ausgelöst und dann kann es halt vorkommen, dass die Häsin scheinschwanger wird, wenn keine Befruchtung stattfindet. Aber Lilos Vorbesitzerin hat uns ja versichert, dass sie kastriert sei, so dass die Option wegfällt. Wenn sie aber kastriert ist, bleibt uns so gar kein Ausweg. Es gibt quasi nichts, was wir ändern könnten, außer darauf zu hoffen, dass das Gerangel zwischen den beiden irgendwann aufhört, Samson sie nicht mehr berammelt und sich damit auch das Problem der Scheinschwangerschaften ergibt. Denn so sehr es uns auch nervt, ist es doch vor allem auch für das Tier keine angenehme Sache, stressig und anstrengend. Auf Dauer ist das auch für Lilo keine Lösung. Ich habe versucht mich schlau zu lesen, und wurde gewahr, dass Häsinnen auch häufig nur sterilisiert werden, was richtige Schwangerschaften zwar unmöglich macht, Scheinschwangerschaften aber nicht im Wege steht.

Gestern haben wir unsere Bunnies dann eingepackt und sind mit ihnen zu unserer Tierärztin gefahren. Ich hatte die Hoffnung, dass sie noch einen Trick auf Lager hat, unser Problem zu lösen. Nach kurzem Vorabcheckup entschied sie sich, Lilo den Bauch zu rasieren und mal nach einer OP-Narbe zu suchen. Die einfachste Methode um eine Kastration nachzuweisen. Siehe da, Lilo hat einen wunderhübschen Kaninchenbauch, mit Bauchnabel aber ohne Narbe. Sie ist nicht kastriert, trotz der Versicherung der Vorbesitzerin, dass Lilo im Tierhheim bereits kastriert worden wäre. Also haben wir jetzt Anfang Mai einen Termin zur Kastration. Und meine Gedanken fangen wieder an zu rotieren.

Ich muss bei der Arbeit versuchen meinen freien Tag und mein freies Wochenende umzulegen, damit ich an dem Wochenende nach der Kastration zu Hause bin. Kaninchen sind bei OPs nicht die einfachsten Patienten. Sie sind sehr stressanfällig und vertragen Narkosen nicht immer so gut. Unsere Ärztin ist aber sehr kaninchenerfahren und schafft optimale Bedingungen für eine erfolgreiche Operation. Was Operationen und Kastrationen angeht, sind wir gebrannte Kinder. Unser erstes Kaninchen wurde kastriert und hat das Nahtmaterial nicht vertragen. Nachts sind wir mit ihm noch zu unserer Ärztin gefahren, die ihn notoperiert hat. Das Ende vom Lied war, dass er wochenlang in einem winzigen Käfig sitzen und sich fast nicht bewegen sollte, damit die Wunde allein zuwächst. Ohne Nahtmaterial. Er hatte eine Halskrause, konnte sich nicht allein saubermachen und hat mir fast das Herz gebrochen. Aber er hat das gut überstanden. Seine zweite OP, die anstand wegen eines Abszesses im Mäulchen hat er dann nicht mehr überlebt. Irgendwann brach sein Kreislauf zusammen und alle Reanimationsversuche haben nichts geholfen.

Wir wollten keine weitere OP. Deshalb haben wir uns für eine kastrierte Häsin entschieden. Das gab letzten Endes den Ausschlag für Lilo. Wir haben darüber hinweggesehen, dass sie uns eigentlich ein Stück zu groß ist, stark übergewichtig und alles andere als handzahm. Aber sie war die einzige kastrierte Kandidatin und das war uns wichtig, vor allem im Alter, wo sich an Gebärmutter und Eierstöcken häufig mal Tumore bilden können. Das wollten wir umgehen. Doch nun hat sie unser Herz gewonnen, wenn man sie mit Leckereien besticht, lässt sie sich streicheln und kraulen. Ihr Fell sieht dank gesunder Ernährung schon viel besser aus und sie hat schon fast 500gr abgenommen. Wenn man nachts um 3.00 Uhr schlaftrunken ins Zimmer kommt und ihre Buddelkiste neu befüllt, weil sie alles rausgebuddelt hat, guckt sie einen ganz schuldbewusst an und wackelt mit ihren riesigen Kaninchenohren. Also werde ich mir das Wochenende für die Kastration freischaufeln und mich schlaulesen, was ich so alles beachten muss, wenn sie nach der OP nach Hause kommt. Das schaffen wir jetzt auch noch.

Letzten Ende muss man sagen, dass sie in ihrem alten zu Hause sicher nicht lange überlebt hätte. Ihre andauernden Scheinschwangerschaften sind bestes Indiz dafür, dass sich an Gebärmutter oder Eierstöcken schon Veränderungen gebildet haben, die, nicht behandelt, irgendwann zum Tod geführt hätten. Oder sie hätte, dank ihres Übergewichts im Sommer leichter einen Hitzschlag bekommen, oder einen Fliegenmadenbefall, weil sie sich nicht richtig saubermachen konnte. Die Vorbesitzerin hatte keine große Ahnung von Kaninchenhaltung und hätte es einfach nicht besser gewusst.

Geschrieben von Mondscheinblume am 11. April 2012 | Abgelegt unter Kaleidoskop | Keine Kommentare

Blogger goes Fastenzeit – Mein 22. Tag zur Reflexion

Es ist Dienstag, die Ostertage sind vorbei und damit auch die Fastenchallenge. Zeit ein Resümee zu ziehen, nicht nur für die letzte Woche, sondern für die letzten drei Wochen, die ich an der Challenge teilgenommen habe.

Wie war das Ordnung machen für mich? Was wurde mir dadurch bewusst?

Weniger ist Mehr. Das ist plump und alt, aber trifft den Nagel doch auf den Kopf. Mit weniger Kram lässt sich viel leichter Ordnung halten. Wenn ich jetzt irgendwo einen Schrank aufmache, habe ich nicht sofort zwei, drei Dinge im Blick, die ich eigentlich mal aussortieren müsste. Ich habe ein Wohnzimmer, in dem ich mich wohlfühlen kann, einen Flurschrank, der noch nicht perfekt aber nahe dran ist. Es ist so viel im Kleinen, was so viel im Großen ändert. Unglaublich!

Wie war es diese Entscheidungen zu treffen, was ich behalten möchte und was nicht?

Befreiend. Immer wieder. Auch wenn es nur ein Link zu einem Blog war, und nicht gleich das Inventar eines ganzen Schrankes.

Wie ging es mir mit dem Entsorgen und Loslassen?

In dieser Woche habe ich eher entsorgt. Wirklich loslassen musste ich nur von zwei uralten Strickprojekten, bei denen ich mir eingestehen musste, dass ich sie nicht mehr zu Ende bringen werde. Das Entsorgen klappte wieder sehr gut, alte Zeitschriften und Taschen die man eine Ewigkeit nicht getragen hat, machen es einem aber auch nicht besonders schwer. Trotzdem ist es befreiend, gerade solche Dinge mal endlich angegangen zu sein.

Wie betrachte ich nun die Dinge, für die ich mich bewusst entschieden habe, sie zu behalten?

Da ist meine Antwort im Kern wohl immer die Gleiche. Es geht mir nicht so sehr um die Dinge, die ich bewusst behalten habe, sondern um die Ordnung, die sich einstellt, das Wohlfühlgefühl, das damit einhergeht.

Was ist der wichtigste Gedanke, den ich mir aus dieser Woche mitnehme?

Es müssen nicht immer markerschütternde Aktionen sein, die einem plötzlich ein neue Gefühl bescheren. Keine Mammutaufgaben, die einen halben Nachmittag Zeit in Anspruch nehmen. Manchmal reicht es auch, einfach nur einen Link oder ein Computerprogramm zu löschen. Nicht weltbewegend, aber platzschaffend (wenn auch nur virtuell).

Und zusätzlich noch als Resümee über die gesamte Zeit:

Wie war das für mich, gemeinsam mit anderen diese Loslass-Challenge durchzuführen?

Ich habe von den anderen leider nur am Rande was mitbekommen. Gebloggt wurde über die Challenge ja sonst nicht so viel, zumindest habe ich es nicht gefunden. Was mich ganz besonders gefreut hat, waren die lieben Kommentare, die in der Zeit hier eingegangen sind. Mein Blog wird nicht viel gelesen, und ich hatte auch nie das Ziel, mit meinem Geschreibsel die großen Massen zu erreichen. Mir gefällt es eigentlich ganz gut, immer ein Stück unterm Radar zu fliegen. Dass aber durch die Challenge ein paar Mitstreiter auf mich und meinen Blog aufmerksam wurden, und das, was ich zu sagen hatte, gerne gelesen haben, freut mich ungemein!

In welcher Form kann ich mir vorstellen diese Loslass-Challenge fortzusetzen?

Zuallererst werde ich die Aufgaben, die ich bei der Fastenchallenge verpasst habe, nachholen. Da ist einiges, in Küche und Bad was ich noch entrümpeln kann. Und ich habe im Kopf auch schon einen kleinen großen Plan für das Arbeitszimmer geschmiedet. Im Kleinen will ich auf jeden Fall mit dem Loslassen weitermachen. Und wenn ich nur jeden Tag, oder jede Woche, jeden Monat ein überflüssiges/ungeliebtes Teil entsorge.

Was können Sie konkret tun, damit Ihre Erfolge anhalten?

Zusammen mit dem Liebsten habe ich am vergangenen Wochenende das Wohnzimmer umgeräumt. Seit über einem Jahr liege ich ihm damit in den Ohren, dass ich alle Regale an einer Wand haben will, Sofa und Fernseher die Plätze tauschen sollen. Jetzt haben wir das tatsächlich angepackt, Regale ausgeräumt, umgeräumt und wieder eingeräumt. Und was soll ich sagen: ich bin verliebt! Ein weiterer großer Schritt in Richtung Wohl- und Zuhausefühlen. Das will ich unbedingt auch in ein paar anderen Räumen erreichen. Dieses zu Hausefühlengefühl lass ich jetzt nicht mehr entwischen. Außerdem, und das hat der Liebste gesagt, werden wir wieder mehr darauf achten, achtsamer einzukaufen. Vielen Kram braucht man einfach nicht, kauft ihn aus Gott weiß welchen Gründen, um ihn dann irgendwo abzulegen. Da werden wir uns eine neue Achtsamkeit antrainieren. Genauso wie wir es bei Lebensmitteln schon tun. Nur kaufen, was man braucht, was man mag.

Was haben Sie über sich gelernt in dieser Zeit?

Ich fühle mich hier endlich zu Hause. Das ist mehr, viel mehr als ich es vor drei Wochen zu hoffen gewagt hätte. Nie hätte ich gedacht, dass die Aktion solche Auswirkungen hätte. Ich erwarte nicht, dass mich jeder in Zukunft zu entsorgende Gegenstand so kernerschüttern wird, wie es bei Wohnzimmer- und Einbauschrank der Fall war. Aber die Aktion hat mir die Augen geöffnet, hat mir gezeigt, was ich anpacken muss, um mir hier ein Heim zu schaffen. Ohne die Aktion sähe mein Wohnzimmer jetzt wahrscheinlich nicht so aus, wie es aussieht und ich würde nicht mit einem breiten, verliebten Grinsen hier sitzen und mich freuen wie blöd.

Dafür bin ich unglaublich dankbar. Das kleine Dankeschön, was wir Fastenchallengeteilnehmer Alexandra Graßler haben zukommen lassen, für ihre Ideen, ihre Inspiration, für die Arbeit, die sie Tag für Tag in diese Challenge investiert hat, kann nur in Ansätzen ausdrücken, dass ich für diese kleinen Anstubser, die ich jeden Tag bekommen habe, wirklich, wirklich dankbar bin!

Geschrieben von Mondscheinblume am 10. April 2012 | Abgelegt unter Bloggerwelt,Kaleidoskop | 5 Kommentare

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