Es ist Dienstag, die Ostertage sind vorbei und damit auch die Fastenchallenge. Zeit ein Resümee zu ziehen, nicht nur für die letzte Woche, sondern für die letzten drei Wochen, die ich an der Challenge teilgenommen habe.
Wie war das Ordnung machen für mich? Was wurde mir dadurch bewusst?
Weniger ist Mehr. Das ist plump und alt, aber trifft den Nagel doch auf den Kopf. Mit weniger Kram lässt sich viel leichter Ordnung halten. Wenn ich jetzt irgendwo einen Schrank aufmache, habe ich nicht sofort zwei, drei Dinge im Blick, die ich eigentlich mal aussortieren müsste. Ich habe ein Wohnzimmer, in dem ich mich wohlfühlen kann, einen Flurschrank, der noch nicht perfekt aber nahe dran ist. Es ist so viel im Kleinen, was so viel im Großen ändert. Unglaublich!
Wie war es diese Entscheidungen zu treffen, was ich behalten möchte und was nicht?
Befreiend. Immer wieder. Auch wenn es nur ein Link zu einem Blog war, und nicht gleich das Inventar eines ganzen Schrankes.
Wie ging es mir mit dem Entsorgen und Loslassen?
In dieser Woche habe ich eher entsorgt. Wirklich loslassen musste ich nur von zwei uralten Strickprojekten, bei denen ich mir eingestehen musste, dass ich sie nicht mehr zu Ende bringen werde. Das Entsorgen klappte wieder sehr gut, alte Zeitschriften und Taschen die man eine Ewigkeit nicht getragen hat, machen es einem aber auch nicht besonders schwer. Trotzdem ist es befreiend, gerade solche Dinge mal endlich angegangen zu sein.
Wie betrachte ich nun die Dinge, für die ich mich bewusst entschieden habe, sie zu behalten?
Da ist meine Antwort im Kern wohl immer die Gleiche. Es geht mir nicht so sehr um die Dinge, die ich bewusst behalten habe, sondern um die Ordnung, die sich einstellt, das Wohlfühlgefühl, das damit einhergeht.
Was ist der wichtigste Gedanke, den ich mir aus dieser Woche mitnehme?
Es müssen nicht immer markerschütternde Aktionen sein, die einem plötzlich ein neue Gefühl bescheren. Keine Mammutaufgaben, die einen halben Nachmittag Zeit in Anspruch nehmen. Manchmal reicht es auch, einfach nur einen Link oder ein Computerprogramm zu löschen. Nicht weltbewegend, aber platzschaffend (wenn auch nur virtuell).
Und zusätzlich noch als Resümee über die gesamte Zeit:
Wie war das für mich, gemeinsam mit anderen diese Loslass-Challenge durchzuführen?
Ich habe von den anderen leider nur am Rande was mitbekommen. Gebloggt wurde über die Challenge ja sonst nicht so viel, zumindest habe ich es nicht gefunden. Was mich ganz besonders gefreut hat, waren die lieben Kommentare, die in der Zeit hier eingegangen sind. Mein Blog wird nicht viel gelesen, und ich hatte auch nie das Ziel, mit meinem Geschreibsel die großen Massen zu erreichen. Mir gefällt es eigentlich ganz gut, immer ein Stück unterm Radar zu fliegen. Dass aber durch die Challenge ein paar Mitstreiter auf mich und meinen Blog aufmerksam wurden, und das, was ich zu sagen hatte, gerne gelesen haben, freut mich ungemein!
In welcher Form kann ich mir vorstellen diese Loslass-Challenge fortzusetzen?
Zuallererst werde ich die Aufgaben, die ich bei der Fastenchallenge verpasst habe, nachholen. Da ist einiges, in Küche und Bad was ich noch entrümpeln kann. Und ich habe im Kopf auch schon einen kleinen großen Plan für das Arbeitszimmer geschmiedet. Im Kleinen will ich auf jeden Fall mit dem Loslassen weitermachen. Und wenn ich nur jeden Tag, oder jede Woche, jeden Monat ein überflüssiges/ungeliebtes Teil entsorge.
Was können Sie konkret tun, damit Ihre Erfolge anhalten?
Zusammen mit dem Liebsten habe ich am vergangenen Wochenende das Wohnzimmer umgeräumt. Seit über einem Jahr liege ich ihm damit in den Ohren, dass ich alle Regale an einer Wand haben will, Sofa und Fernseher die Plätze tauschen sollen. Jetzt haben wir das tatsächlich angepackt, Regale ausgeräumt, umgeräumt und wieder eingeräumt. Und was soll ich sagen: ich bin verliebt! Ein weiterer großer Schritt in Richtung Wohl- und Zuhausefühlen. Das will ich unbedingt auch in ein paar anderen Räumen erreichen. Dieses zu Hausefühlengefühl lass ich jetzt nicht mehr entwischen. Außerdem, und das hat der Liebste gesagt, werden wir wieder mehr darauf achten, achtsamer einzukaufen. Vielen Kram braucht man einfach nicht, kauft ihn aus Gott weiß welchen Gründen, um ihn dann irgendwo abzulegen. Da werden wir uns eine neue Achtsamkeit antrainieren. Genauso wie wir es bei Lebensmitteln schon tun. Nur kaufen, was man braucht, was man mag.
Was haben Sie über sich gelernt in dieser Zeit?
Ich fühle mich hier endlich zu Hause. Das ist mehr, viel mehr als ich es vor drei Wochen zu hoffen gewagt hätte. Nie hätte ich gedacht, dass die Aktion solche Auswirkungen hätte. Ich erwarte nicht, dass mich jeder in Zukunft zu entsorgende Gegenstand so kernerschüttern wird, wie es bei Wohnzimmer- und Einbauschrank der Fall war. Aber die Aktion hat mir die Augen geöffnet, hat mir gezeigt, was ich anpacken muss, um mir hier ein Heim zu schaffen. Ohne die Aktion sähe mein Wohnzimmer jetzt wahrscheinlich nicht so aus, wie es aussieht und ich würde nicht mit einem breiten, verliebten Grinsen hier sitzen und mich freuen wie blöd.
Dafür bin ich unglaublich dankbar. Das kleine Dankeschön, was wir Fastenchallengeteilnehmer Alexandra Graßler haben zukommen lassen, für ihre Ideen, ihre Inspiration, für die Arbeit, die sie Tag für Tag in diese Challenge investiert hat, kann nur in Ansätzen ausdrücken, dass ich für diese kleinen Anstubser, die ich jeden Tag bekommen habe, wirklich, wirklich dankbar bin!