Blogger goes Fastenzeit – Mein 5. Tag

Als ich bei der Wissensagentur nachschaute, was die Fastenchallenge heute für mich bereithält, wollte ich mich zunächst auf einen Fastenchallengefreien Tag einstellen. Pflanzen? Nachdem das Muttertier mich mit einer kleinen Orchideenleidenschaft infiziert hat, findet man bei mir außer zweier Grünpflanzen und einer Blume in der Küche nur Orchideen, die in schöner Regelmäßigkeit meinem nicht vorhandenen grünen Daumen trotzen. Manchmal überkommt es mich, und ich kaufe noch ein anderes Pflänzchen, das aber meist nicht lange überlebt. Es hat mich einige Jahre schmerzhafter Erfahrungen gekostet, einzusehen, dass ich leider nicht mit einem gärtnerischen Talent gesegnet bin. Also schien das Pflanzenthema für mich schnell erledigt. Aber bei weiterer Lektüre bin ich über folgenden Satz gestolpert:

Schauen Sie doch mal Ihre übrigen Übertöpfe durch und machen Sie auch hier eine Bestandsaufnahme.

Ja, ich hätte die Augen davor verschließen können, mir einreden können, dass das kein Muss, sondern ein Kann ist, und es dabei bewenden lassen. Aber um ehrlich zu sein, hat mir diese Challenge bisher nicht sehr viel abgetrotzt, da ich dank meiner Frühjahrsputzigkeit im Vorhinein eh sehr viel aussortiert habe. Aber Töpfe? Das war eine Herausforderung.

Meine Übertöpfe lagern nicht im Wohnzimmer, sondern in einem Kabuff der an unseren Balkon angeschlossen ist. Als wir vor vier Jahren hier einzogen, habe ich diesen Kabuff saubergemacht und alles an Balkon-, Garten-, und Pflanzutensilien reingestellt, was ich so hatte. Zwischendurch wurde mal etwas rausgenommen und etwas reingetan, irgendwann musste man sich gegen die Tür lehnen, um sie zuzukriegen, und dann hatte ich fast gar keine Lust mehr, die Tür überhaupt aufzumachen. Die Töpfe lagerten also mittlerweile nicht mehr nur in dem Schrank, sondern auch davor auf dem Balkon. Ein Elend (weshalb es auch kein Vorher- sondern nur Währenddessen- und Nachherfotos gibt).

Mit Putzeimer, Schwamm, Besen und Gummihandschuhen bewaffnet habe ich mich also der bisher größten Aufgabe dieser Fastenchallenge gestellt. Ich habe alles aus dem Schrank genommen was drin war und dabei die Töpfe schonmal grob vorsortiert, Kaputtes und Altes direkt entsorgt. Nach dreimaligem Durchputzen war der Schrank dann auch sauber und ich konnte mich anschicken, die Töpfe auszusortieren. Alles was ich behalten wollte, wurde abgewaschen und trockengerieben und fein säuberlich in dem Schrank aufgereiht. Dabei entpuppten sich zwei weitere Töpfe als kaputt, aber nu. Gefühlte Tonnen an Plastiktöpfchen wandern allesamt in den gelben Müll. Alle weitere Utensilien wurden ebenfalls aussortiert. Von meinen zwei Blumenscheren behielt ich die, die noch nicht rostet, eine kleine Schaufel und eine ebensokleine Harke wurden saubergemacht und in den Schrank geräumt. Von den acht Paar Halterungen für Balkonkästen habe ich drei behalten, denn nur soviele Balkonkästen haben wir tatsächlich. Alte Blumen, deren traurige Überreste auf dem Balkon überwintert haben, kamen in den Müll. Dabei fand ich Frühjahrsblüher, deren Zwiebeln ich nach der Saison im vergangenen Jahr aufbewahrt habe. Ein großer Teil davon hat sogar wieder neu gekeimt, so dass ich mich mit einem frisch geputzten Balkonkasten und dem Beutel Erde, der sich in dem Kabuff versteckt hatte, daran machte, diese Zwiebeln einzupflanzen. Ich entdeckte ein paar Gartenfigürchen und ganz zum Schluss sogar eine winterschlafende Marienkäferfamilie.

Von links oben nach rechts unten:

  • Töpfe, Töpfe, Töpfe…
  • …und noch mehr Töpfe.
  • Braucht man wirklich fünf gelbe Übertöpfe?
  • Ach, schau mal, was wir da haben…
  • Die gehören aussortiert…
  • …und die freuen sich, sauber und ordentlich im Schrank zu stehen.
  • Frisch eingepflanzte Frühjahrsblüher.
  • Der schaut mir die ganze Zeit bei der Arbeit zu, statt zu helfen.
  • Dieser sieht zwar sehr mitgenommen aus, wird aber trotzdem behalten.
  • Und die sind gerade aus dem Winterschlaf gerissen worden.

Das Ganze hat natürlich nicht 10 Minuten, sondern den Großteil des Nachmittags gedauert und meinen kompletten Plan für den Tag über den Haufen geschmissen. Part 2 dieser Aktion, das Aufhübschen des Balkons, vertage ich auf die kommende Woche. Da habe ich ein paar Tage frei und den Speermüll bestellt, der diesen merkwürdigen Tisch, der noch von den Vormietern an der Wand angebracht worden war, und die aussortierten Töpfe (und noch einiges mehr) mitnehmen kann. Solange muss der Krempel auf dem Balkon lagern. Aber ich freue mich, dass ich auch dies endlich mal in Angriff genommen habe. Ohne die Fastenchallenge hätte ich das wahrscheinlich ewig vor mir hergeschoben und immer, wenn mein Blick auf diese Tür gefallen wäre, ein blödes Gefühl gehabt. Das hat mal wirklich befreit!

Geschrieben von Mondscheinblume am 22. März 2012 | Abgelegt unter Bloggerwelt,Kaleidoskop | 4 Kommentare

4 Kommentare zu “Blogger goes Fastenzeit – Mein 5. Tag”

  1. Andreaam 22. März 2012 um 17:19 Link zum Kommentar

    Oh, was für tolle Fastenchallenge-Berichte. Ich habe sie erst heute entdeckt und alle verschlungen. Hut ab für die Leistung bei der heutigen Challenge. Übertöpfe habe ich vor 3 Jahren mal ausgemistet und ich wage gar nicht mehr nachzuschauen was sich seither wieder angesammelt hat :-)
    Und schön, dass noch eine weitere Bloggerin “an Bord” ist.

  2. Mondscheinblumeam 22. März 2012 um 17:31 Link zum Kommentar

    Danke, da werde ich ja fast ein bißchen rot. Ich habe mich so über die Challenge gefreut, dass ich sie unbedingt irgendwie in den Blog einbinden wollte.

  3. Alexandra Graßleram 22. März 2012 um 18:19 Link zum Kommentar

    hach und ich freu mich grad wie Bolle über deinen Schlusssatz:

    “Das hat mal wirklich befreit!”

    Wie schööööööön!!!!

  4. indivisuellam 23. März 2012 um 07:46 Link zum Kommentar

    Mondscheinblume! Ich bin begeistert über Deine Berichte, mir ging es wie Andrea, ich hab sie erst heut entdeckt. Respekt! Was Du alles geschafft hast. Ich bin ja noch am Aufrollen der Woche zwei *stöhn* irgendiwe kommt mir so vieles dazwischen. Dein Erfolg auf dem Balkon spornt mich an, denn dort liegen bei mir auch noch ein paar ungeliebte und vergammelte Balkonkästen, die gerade jetzt im Frühjahr eine Neuausstattung vertragen würden… Danke für Deinen inspirierenden Bericht!